Grumpys Höhlentour

Donnerstag Morgen. Daisys Diner liegt noch eher verschlafen im Morgentau. Eine Bikertour steht an. Natürlich gibt es die Langschläfer, gerade noch rechtzeitig angekommen und den frühen Vogel Jürgen, der schon vorher im Daisy Diner gefrühstückt hat. Der Startschuss fällt um 9.00 Uhr. Über Achim, Verden, Hassbergen geht es Richtung Nienburg. Wer viel Berufsverkehr erwartet hat, wurde enttäuscht. Auch Trecker waren nicht wirklich anwesend. Dafür 3 Bundeswehr Transporter mit Jagdpanzer und anderem schweren Geschütz machten sich auf der Strasse für sehr viele Kilometer breit. Da können einen 15 km schon wie 150 vor kommen.

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Museum zu – wat nu?

Doch alles in allem kommen wir sehr gut voran. Das Wetter meint es gut mit uns allen und Stadthagen wird in einem Rutsch durchquert. Das Mittagessen soll zwischen Hameln und Einbeck im Motorradmuseum eingenommen werden. Doch die Türen sind verschlossen. Einlass nur Freitag – Sonntag. Der Magen knurrt, doch knappe 5 Km weiter gibt es einen Imbiss. Draußen empfängt uns schon ein Schild „Thor´s Donnerteller“ für 11.90Euro. 5 x bestellt, eine Sonderbestellung mit Frikadelle für Rainer, Getränke dazu – Bikerherz was willst du mehr?

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Eine schöner als die Andere

Danach geht es zügig weiter. Richtung Osterode. Das Weserbergland driftet langsam in den Harz über. Die Kurven werden mehr, die Sonne nimmt sogar zu.
Die Strasse mal nass, mal trocken, doch insgesamt super befahrbar. Petrus scheint ein Herz für Biker zu haben, denn er verschont uns mit Regen. Es kann aber auch an Oliver liegen. Er ist der einzige mit Regenkombi. Ist halt wrote ein Schirm. Es regnet  halt nicht, wenn man einen dabei hat.
Gegen 16.30 Uhr fahren wir durch Stollberg im Südharz auf den Parkplatz im Südharz. Alle Mann an Bord. Selbst Heiko ist nicht verloren gegangen. Die Bikes in der Hoteleigenen Garage stehen warm und sicher. Nur Jens-Uwe ließ sein Bock lieber draußen stehn. Dann wurden die Zimmer bezogen und schon kurz danach traf man sich in geselliger Runde wieder. Mit Heiko und Jürgen zogen zwei geborene Comedians alle Register und unterhielten Oliver, Jens-Uwe, Rainer und Uwe auf das vortrefflichste.

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Feierabendbier am ersten Abend

Der erste Tag hätte nicht besser verlaufen können. Das war ein sehr gelungener Einstieg und macht Laune auf die nächsten Tage. Morgen gehts rund über die Kyffhäuser Kehren.

Freitag 08.09.2017 Südharz bis Most

Das Comedy Programm von Gestern Abend wurde sofort um 7:30 Uhr zum Frühstück  fortgesetzt! Los gings um 9.00 Uhr. Vor dem Hotel verabschiedete sich Rainer, da er nur bis zum Südharz als Begleitperson mitgekommen war. Für Ihn ging es wieder Richtung Bremen.

Für uns ging es in Richtung Tiefer Osten. Kurz hinter Kelbra beginnen die Kyffhäuser Kehren. 36 an der  Zahl. Man hat das Gefühl von Silvretta und Timmelsjoch. Dabei ist man doch nur im Harz. Ich fahre vor und stoppe nach 25 Kehren und filme die vorbei fahrenden. Trotz Integralhelme ist das Grinsen in den Gesichtern abzulesen.  Bei Allen ist ein „Wie geil ist das denn“ zu sehen.

Weiter geht es in den tiefen Osten. Was für eine schöne Landschaft. Weite Ebenen (windig, windig würde meine Frau sagen) die an das Weserbergland mit seinen zarten Höhen und Tiefen erinnern, dann Waldlandschaften mit vielen Kurven und unzählige kleine Dörfer. Darunter mitten im tiefsten Osten ein grünes Haus mit Raute und Werder Flagge. Ein Stück Heimat – ach, wie schön.

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Kleine Kaffeepause in Jena

Die sechs Zylinder surren unter mir und immer wenn wir in kleine Ortschaften hereinfahren, höre ich dann hinter mir ein kleinen Bienenschwarm. 3 Bienen mit 4 Zylindern (2 x CBF 1000 und die VFR direkt hinter mir) und eine Triumph Triple  mit 3 Töpfen -eher als Wespe vernehmbar.
Kurz vor Aue bringen uns dann die Umleitungen aus dem tritt. Insgesamt kosten uns die Sperrungen ca. 40 km extra Kilometer. Aber auch ein wenig Enduro Feeling. Das „Einfahrt verboten“ Schild ignorieren, fahren wir fast 1 Kilometer ganz, ganz langsam auf einer ausgekofferten Strasse. Immer mit der Befürchtung anhalten zu müssen, umzukehren oder einer Grube gegenüber zu stehn. Doch wie heißt es so schön: „Wenn einer eine Reise tut…“ alles gut gegangen.

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Quizfrage: Was macht der – uns völlig unbekannte – Motorradfahrer falsch?

Dann Tschechien – völlig unspektakulär erscheint ein Schild „200 Meter Tschechien“. Wir halten an, ein Foto mit dem Grenzschild ist Pflicht.

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Tschechien- Für einige eine völlig neue Erfahrung.

Weiter gehts. Wir wissen, noch 60 km bis zum Hotel Nach 9,5 Stunden und knapp 360 km später kommen wir in Most an.
Ein Super Hotel für 50 € inkl Frühstück (Hotel Kapitol – nur zu empfehlen) ist das Ziel. Nagelneue Zimmer und Bier erwarten uns. Bei einem leckeren Abendbrot wird gefachsimpelt. Kurvendiskussionen beginnen und es wird später und später. Gegen 23.30 Uhr gehen wir aufs Zimmer und ich beginne zu tippen.
Wieder ein sehr schöner Tag, mit sehr, sehr lieben Leuten. Und dabei ist heute erst Bergfest. Morgen dann das eigentliche Ziel der Bikerhöhle Pekelne Doly. Und dann der Besuch der Bastei in der sächsischen Schweiz. Aber nun schnell schlafen. Ist ja schon weit nach 0 Null Uhr.

Samstag, 09.09.17 Pekelne Doly Tag

Ein Leben ohne Ideen, ist ein Leben ohne Belastungen“ (Zitat Heiko) Mit solch philosophischen Gedanken starten wir am Samstag in das Frühstück.
Realer wird es zum Start um 8:45 Uhr als es in Richtung Pekelne Doly. Geht. Das ist ja das eigentliche Ziel unserer Tour. Die Bikerhöhle als Treffpunkt.
Doch zuvor geht es von Most durch das tiefe und ursprüngliche Tschechien. Leichte Steigungen, geschwungene Täler, kleine Dörfer und alte Wälder begleiten uns . Egal wo wir uns befinden, die Strassen in Tschechien sind zu 99% in erstklassigem Zustand.

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Mitten in der Höhle von Pekelne Doly

Und dann gegen 11.00 Uhr kommen wir an. Pekelne Doly liegt auf einer Anhöhe und stellt sich uns Allen genauso vor, wie erwartet. Viele Motorräder säumen schon den Vorhof zur Höhle. Innerhalb der Höhle der Tresen. Neben Kaffee, Bier und anderen Getränken gibt es hier auch Fanartikel vom Aufkleber bis zum T-Shirt.
Obligatorisch natürlich das hineinfahren in die eigentliche Bikerhöhle des Motorradclubs.

Wir waren uns Alle einig, dass sich das kommen gelohnt hatte und dieses schon ein sehr einmaliges uns spezielles Erlebnis war.

Dann hieß es Abschied nehmen und weiter Richtung Grenze. Wir fuhren dabei allerdings mitten durch den tschechischen und deutschen Nationalpark. Was für eine verwunschene Landschaft. ein kleiner Weg – rauf und runter zwischen alten Bäumen, klippen und schroffen Felswänden. Teile von Herr der Ringe hätte auch hier gefilmt werden können.
Kurz vor der Grenze kehrten wir noch einmal ein und machten Mittag. Auch hier glänzte Tschechien mit super Konditionen. Forelle mit Kartoffeln und Getränk für 13,40 oder Schnitzel,Pommes plus Getränk für 8,90 €.

30 Km weiter gelangten wir zügig immer an der Elbe entlang zur Bastei. Schon ein recht imposanter Anblick, wenn man dort unten an vorbei fährt und empor zur Festung blickt.

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Vor der Semperoper in Dresden

Weiter ging es dann über Pirna nach Dresden. Leider waren in Dresden zwei Sonderveranstaltungen und so wurde die Tour zur Semperoper eher zur Tortour.
Leichter ginge es dann die restlichen Kilometer auf der B6 nach Leipzig. Dort kamen wir dann gegen 18:45 Uhr an.
Kurz das Zimmer bezogen und dann ging es zum Abendessen.
Hier begrüßte uns dann gleich die gastfreundliche Servicewüste Deutschland mit den Worten. „Draußen bediene ich heute nicht. Das ist zu kalt, da bin ich morgen erkältet.“
Und schon wusste man – man ist zu Hause. Oliver nahm unsere Bestellungen auf und brachte sie ins Lokal. Kochen musste er nicht.

So ging es etwas früher ins Hotel und alle gingen dann doch etwas müde auf ihre Zimmer. So kann ich heute tatsächlich etwas eher mit dem Blog beginnen. Auch schön.

Sonntag, 10.09.17 Von Leipzig Richtung Heimat
Der letzte Tag. Noch einmal etwas über 420 km über Stadt, Land, Fluss Richtung Bremen. Gratis gab es noch eine lustige Umleitung über Wald und Wiesen. Mitten in der absoluten Einöde wurde eine schöne Rast gemacht.

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Stadt, Land, Fluss inklusive Wald und Wiesen

Insgesamt wurden nur die „nötigsten“ Pausen gemacht. Einige waren dann doch eher platt als „auf Platte“ aus. Ab Verden trennten sich dann die Gruppenmitglieder in die jeweiligen Heimatshimmelsrichtungen.
Es ging eine sehr schöne viertägige Tour mit etwas über 1400 km zu Ende.  Vielen Dank an Euch.
Weiter unten können Kommentare geschrieben werden. Freue mich darauf.

4 Gedanken zu “Grumpys Höhlentour

  1. Das freut die daheimgebliebenen Frauen und Kinder natürlich sehr, wenn ihre besseren Hälften einen schönen, entspannten Tag verbracht haben und heile am Tagesziel angekommen sind … außer wenn man vergessen hat den Ehering frühzeitig abzumachen … ; )
    Nicht, weil man nicht zeigen möchte, dass auch zu der besseren Hälfte eine zweite Hälfte gäbe, sondern weil so ein Ding bei längeren Touren einfach Druckstellen hinterlässt. ; ) ; )
    Heute (Freitag) soll es hier in Bremen den ganzen Tag regnen und Land unter sein. Wir hoffen natürlich, dass es hinter den ersten Hügeln ( Bremer nennen sie auch gerne Berge) trockener bleibt und ihr euch nicht wechselweise Olivers Regenkombi ausleihen müsst. Genießt weiterhin eure Tour und fahrt vorsichtig.
    Liebe Grüße von den restlichen drei Gadings

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  2. Tja, was soll ich da noch schreiben, die Anja hat es perfekt formuliert.
    Ich wünsche euch auch weiterhin ganz viel Spaß und morgen einen tollen Tag.
    Ganz liebe Grüße von Carmen und Kids

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  3. Moin Biker
    das klingt total nach , ich muss rauf aufn Bock und dahin………. die Höhle sieht riesig aus. Tja Tchechien ist echt schön.
    Es klingt als hätten alle eine tolle Zeit und jeder Kilometer hat sich gelohnt. Ich wünsche euch allen noch eine tolle Rückreise.
    Eine etwas neidische Carmen

    Gefällt 1 Person

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